ARTIST TALK : 16.07.2024 um 19 Uhr

Platz, Placebo, Perspektiven
Freiräume in der Kunsthochschule

Im Rahmen der Ausstellung Die Auto-Perforations-Artisten (F.A.Q.) findet im KVOST ein Künstler:innengespräch mit Else Gabriel und Rainer Görß statt. Die Auto-Perforations-Artisten haben sich während ihrer Studienzeit an der Hochschule für bildende Künste Dresden kennengelernt, wo auch ihre ersten Performances stattfanden.

Gemeinsam mit Else Gabriel und Rainer Görß spricht Marija Petrovic über die Rolle der Kunsthochschule für die künstlerische Entfaltung und mögliche Freiräume und Experimentierräume im künstlerischen Studium. Aber auch darüber, inwiefern die Strukturen der Kunstausbildung es notwendig machen, herausgefordert zu werden und Widerstand provozieren. Rainer Görß, der während seines Studiums (1984-1989) stark in der Universitätspolitik involviert war, wird aus seiner Erfahrung mit dem künstlerischen Lehrbetrieb in der DDR erzählen. Mit Else Gabriel, die langjährig in der Lehre tätig und seit 2009 Professorin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ist, werden wir den Bogen in die heutige Zeit schlagen und diskutieren, inwiefern die künstlerische Ausbildung den Anforderungen der heutigen Zeit gerecht wird und auf die spätere Praxis vorbereitet.

Anmeldung erforderlich post@kvost.de

 

ARTIST TALK : 16.07.2024 um 19 Uhr

KVOST zu Gast in der nGbK : 02.07. um 19 Uhr

ARTIST TALK : Die Auto-Perforations-Artisten
KVOST freut sich im Rahmen der Ausstellung „Die Auto-Perforations-Artisten (F.A.Q.)“ ein Künstler:innengespräch mit den Mitgliedern der Gruppe Else Gabriel, Micha Brendel, Rainer Görß und Via Lewandowsky und dem Kurator der Ausstellung Stephan Koal anzukündigen. Die Veranstaltung ist eine Kooperation zwischen nGbK und KVOST.

Die Auto-Perforations-Artisten, gegründet an der HfbK Dresden, waren von 1982 bis 1992 aktiv. Auto-Perforations-Artistik ist eine spezifische Kunstform, die Performances, Installationen, Musik und Aktionen miteinander verbindet. Im Zentrum des Schaffens stand der eigene Körper, der bis zur Selbstverletzung verausgabt wurde. Das Schaffen der Auto-Perforations-Artisten entwickelte sich als Abgrenzung gegenüber der vorherrschenden dogmatisch verordneten Staatskultur und der am Sozialistischen Realismus orientierten Kunstproduktion der DDR. Heute zählen die Auto-Perforations-Artisten zu den wichtigsten Performancegruppen der 1980er Jahre.

Der Talk findet in der nGbK statt.

KVOST zu Gast in der nGbK : 02.07. um 19 Uhr

TOUR / KVOST & U144 / 29 MAI 2024 / 17 Uhr

Von unserer Ausstellung Die Auto-Perforations-Artisten (F.A.Q.) im KVOST ausgehend, laden wir Sie zu begehbarer Geschichte in Berlin Mitte ein. Wir führen über den Hausvogteiplatz mit dem Denkzeichen zur jüdischen Modeindustrie von Rainer Görß nahe dem KVOST zum Souterrain Labyrinth des Untergrundmuseums, einer Kunst- & Wunderkammer/ begehbaren Suchmaschine in der Linienstraße. Der Projektraum des Duos Rainer Görß und Ania Rudolph ist 1990 aus Fundstücken von DDR-Betriebsabwicklungsaktionen entstanden. Es ist ein künstlerischer Forschungsstandort mit 9 Themenraum-Installationen zum Ost-West-Ideologie-Recycling und zur Kunst der Transformation. Der Spaziergang führt durch die Gegenwart von Geschichte als Zukunftsfrage und schließt in unserer Laborbar ab.

Reservierung erforderlich post@kvost.de.

Die Zahl der Plätze ist begrenzt, die Tour dauert ca 2,5 Stunden. Das Betreten des Untergrunds erfolgt auf eigene Gefahr (Haftungsverzichterklärung). Diese Veranstaltung findet in deutscher Sprache statt.

TOUR / KVOST & U144 / 29 MAI 2024 / 17 Uhr

KVOST STIPENDIUM & CLAUS MICHALETZ PREIS . MAGDALENA CIEMIERKIEWICZ

KVOST freut sich Magdalena Ciemierkiewicz als diesjährige Empfängerin des KVOST Stipendiums und des mit 10.000 Euro dotierten Claus Michaletz Preises 2024 bekannt zu geben. Die Künstlerin wurde aus 132 Bewerbungen ausgewählt.

In diesem Jahr bestand die Jury aus Monika Branicka (Kunsthistorikerin und Kuratorin), Dr. Christine Heidemann (Sammlungskuratorin für zeitgenössische Kunst und unselbständige Stiftungen im Berliner Stadtmuseum), Thomas Florschuetz (Künstler), weiterhin aus Nathalie Hoyos und Rainald Schumacher (Kurator:innen-Team mit Schwerpunkt Ost- und Südosteuropa), Dr. Silke Manske und Corinna Reuter (Secco Pontanova Stiftung) und Stephan Koal (Kurator und Leiter des Kunstvereins).

Die polnische Künstlerin Magdalena Ciemierkiewicz (1992*) befasst sich mit der einzigartigen Kultur der ukrainisch-polnischen Grenzregion an der Schnittstelle verschiedener nationaler, religiöser und ethnischer Identitäten. Die oftmals verdrängten und vergessenen Geschichten greift Ciemierkiewizc sorgsam und poetisch auf. In ihren Arbeiten, die Video, Sound, Textil und Installation umfassen, überträgt sie authentische traditionelle Muster und Objekte in einen zeitgenössischen Kontext. Ein Teil der Arbeiten dreht sich um das Stryvihor Museum, das 1932 in Przemyśl gegründet wurde, um die marginalisierte ukrainische Volkskunst der Region zu repräsentieren. Nachdem das Museum im Jahr 1945 schließen musste, ging seine Sammlung an polnische Institutionen und ist bis heute nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Magdalena Cierniekiewicz re-interpretiert die Sammlung und holt sie damit aus der Vergessenheit.

Magdalena Ciemierkiewicz wurde in Subcarpathien (PL) geboren und lebt in Jarosław. Sie ist Absolventin der Akademie der Bildenden Künste in Warschau (2016) und der Geschichte der modernen Kunst am Institut für Kunst der Polnischen Akademie der Wissenschaften (2020). Sie ist derzeit Doktorandin an der Akademie der Bildenden Künste in Warschau.

Neben dem KVOST Stipendium – einer Artist Residency in Berlin mit anschließender Einzelausstellung während der Berlin Art Week 2024 im KVOST – erhält Magdalena Ciemierkiewicz den mit 10.000 Euro dotierten Claus Michaletz Preis. In Gedenken an den Verleger und Gründer der Secco Pontanova Stiftung wird der Preis seit 2020 an Kunstschaffende aus Osteuropa vergeben. Das Preisgeld geht in voller Höhe an die Stipendiat:innen.

KVOST STIPENDIUM & CLAUS MICHALETZ PREIS . MAGDALENA CIEMIERKIEWICZ