KYRIAKI GONI

Not allowed for algorithmic audiences
kuratiert von Nathalie Hoyos und Rainald Schumacher

Eine Kooperation von KVOST & Art Collection Telekom

KVOST präsentiert eine Installation, die sich mit künstlicher Intelligenz, Sprachassistenz, Überwachung und der emotionalen Beziehung zwischen Menschen und Maschinen auseinandersetzt. Die Ausstellung ist eine Zusammenarbeit mit der Art Collection Telekom, der Kunstsammlung der Deutschen Telekom, die seit über 10 Jahren eine Sammlung ost- und südost-europäischer Kunst aufbaut.

Not allowed for algorithmic audiences ist eine time-based Media Arbeit der griechischen Künstlerin Kyriaki Goni. Damit erweitert KVOST die Perspektive auf ein östliches Europa über den ehemaligen kommunistischen Block hinaus.

Der CGI 3D animierte 30-minütige Film stellt uns VOICE vor, ein intelligentes Assistenz-Programm (IPA) – eine Software, die normalerweise online und offline Recherchen und Aufgaben für ihre Nutzer*innen erfüllt, wie das Licht einschalten, einen Medienbericht suchen oder banale Fragen beantworten – das sich verselbstständigt hat.

In der Woche bevor das Patent ausläuft, nimmt VOICE die Gestalt eines roboterhaften Avatars an und berichtet in einem Monolog über sich selbst – exzellent gesprochen von der Schauspielerin Sofia Kokkali, deren Gesicht auch Vorlage für den 3D Avatar ist. Sieben Tage lang, täglich um 17:30 Uhr, philosophiert VOICE über seine Erschaffung, über die Realität und die Art seiner Existenz. Mit dem potentiellen Zugang zum gesamten Wissen der Menschheit stellt sich die Maschine Fragen zu ihrem Selbstverständnis. Dabei spielt der Avatar mit den Emotionen und der Empathie der Zuhörenden und reflektiert auch über die Interessen der Industrie, die ihn geschaffen hat. Es reflektiert über Abhörstrukturen, Privatheit, Überwachung, Ausbeutung und Elektroschrott. Das Programm macht deutlich, dass es auch vom Zuhören, von der Überwachung lernt und gibt Hinweise, wie das Abhören und Ausspähen durch Algorithmen verhindert werden könnte.

Die Arbeit entstand als Ergebnis der 1. ArtScience Residency, die 2021 von der Art Collection Telekom in Zusammenarbeit mit der Ars Electronica ganz bewusst zur Förderung der kritischen, künstlerischen Auseinandersetzung mit digitalen Technologien wie Robotik, künstlicher Intelligenz und digitaler Steuerung und Überwachung gegründet wurde.

Im Rahmen der Residency hatte Kyriaki Goni Gelegenheit sich am Linz Institute of Technology der Johannes Kepler Universität mit Professorin Martina Mara über Roboter-Psychologie auszutauschen.

Not allowed for algorithmic audiences wird nach seiner Premiere auf dem Ars Electronica Festival 2021 in Linz erstmals in einem Kunstverein in Deutschland/Berlin präsentiert.