TAMUNA CHABASHVILI . SERGEY SHABOHIN . ZHENIA STEPANENKO

All the Dots Connected Form an Open Space Within
Kuratiert von Marija Petrovic
In Zusammenarbeit mit der taz Panter Stiftung

Eröffnung 29.11.2023 . 19 Uhr

Der 24. Februar 2022 wird häufig als das Datum beschrieben, das die Zeit plötzlich und unwiderruflich in ein „Vorher“ und ein „Nachher“ eingeteilt hat. Während jedoch unbestreitbar ist, dass der Überfall Russlands auf die Ukraine den endgültigen Punkt markiert, an dem es kein Zurück mehr zu einem „Vorher“ gibt, existiert dieses Datum auch in einer immer noch unterrepräsentierten Geschichte brutaler russischer Aggression gegen dessen Nachbarstaaten. Einer Aggression, die sich über Jahrhunderte zurückverfolgen lässt.

Die Ausstellung All the Dots Connected Form an Open Space Within untersucht, wie Erfahrungen von Gewalt, Unterdrückung und die Grauen des Krieges künstlerisch anhand persönlicher Erkundungen adressiert werden können. Im Fokus stehen dabei Auswirkungen auf das tägliche Leben und die eigene Umgebung, sowie unterschiedliche Strategien des Widerstands und der Fürsorge. Der Titel beschreibt eine Verschiebung der Perspektive weg von den Gewissheiten der üblichen Fixpunkte, welche oft durch Einträge auf Karten oder der Zeitachse markiert werden. Nicht unbedingt, um sie zu negieren, sondern um den Raum dazwischen hervorzuheben, der häufig in ihrem Schatten bleibt. Die Ausstellung lädt dazu ein, die großen symbolischen Gesten zu hinterfragen und schlägt einen intimeren Ansatz vor, der es ermöglicht, die scharfen Grenzen der Zeitlichkeit aufzulösen und Vergangenheit sowie Gegenwart als dynamisch und eng miteinander verwoben zu betrachten.

Tamuna Chabashvili (*1979 in Tbilisi, Georgien) beschäftigt sich in ihren textilen Arbeiten mit Schutzräumen, die sich nah am Körper befinden. Erzählungen, sowie Erinnerungen von Migration, Flucht und kollektivem Trauma bilden für Tamuna die Basis ihrer Auseinandersetzung. So manifestieren sich in ihren Arbeiten Spuren, Archiv und Werkzeuge zugleich. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Tbilisi und Amsterdam.

Sergey Shabohin (*1984 in Novopolotsk, Belarus) thematisiert in seinen Arbeiten das Verhältnis von staatlicher Kontrolle und Gesten von Solidarität und Widerstand im privaten Alltag. Besonders interessiert er sich für das Thema von unsichtbarem und verdrängtem Wissen. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin und Poznan.

Zhenia Stepanenko (*1996, Ukraine) untersucht, wie sich das Verhältnis zur Datscha in der Ukraine seit dem Beginn der Invasion grundlegend verändert hat. Zhenias Objekte greifen auf, wie der erlebte Verlust von Sicherheit und Privatsphäre sowie die Sorge vor einer erneuten Besatzung sich als Heimsuchung niederschlagen. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Diese Ausstellung ist Teil der Projektreihe Krieg und Frieden. Austausch über Grenzen hinweg, die die taz Panter Stiftung mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes 2022 ins Leben gerufen hat.