VORSCHAU MÄRZ 2026

QUEERE KUNST IN DER DDR?
Biografien zwischen Underground und Propaganda 

Toni Ebel, Andreas Fux, Harry Hachmeister, Jochen Hass, Dorothea von Philipsborn, Erika Stürmer-Alex, Rita „Tommy“ Thomas, Jürgen Wittdorf, Egon Wrobel

kuratiert von Stephan Koal

Die Ausstellung und das umfassende Veranstaltungsprogramm beleuchten Künstler:innen-Positionen aus der DDR und laden dazu ein, Kunst aus der DDR neu zu lesen. Das Projekt ist eine Initiative von KVOST und finden in Kooperation mit der neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbk), dem Mitte Museum und dem Werkbundarchiv – Museum der Dinge statt. Anhand der wechselhaften Biografien von neun Künstler:innen und ihrer Werke – darunter Gemälde, Skulpturen, Keramiken und Fotografien – zeigt die Ausstellung, wie unterschiedlich die Kunstschaffenden mit den politischen und gesellschaftlichen Bedingungen ihrer Zeit umgingen. Inwiefern beeinflusste die sexuelle Orientierung ihre künstlerische Praxis und ihre berufliche Entwicklung?

Homosexualität blieb in der DDR trotz schrittweiser Entkriminalisierung gesellschaftlich und politisch stark stigmatisiert. Nach dem Mauerfall verbesserte sich die Situation queerer Künstler:innen nicht signifikant – im Gegenteil: Viele Künstler:innen aus der DDR drohten in Vergessenheit zu geraten. Heute wächst das allgemeine Interesse an der Kunst und Kultur der DDR ebenso wie an queeren Lebensrealitäten. Die Verbindung beider Perspektiven – queere Biografien und künstlerische Ausdrucksformen in der kommunistischen Diktatur – bleibt aber bisher ein weitgehend unerforschtes Feld.

Obwohl der Begriff „queer“ in seiner heutigen Bedeutung in der DDR nicht existierte, wird er in der Ausstellung bewusst verwendet: als Sammelbegriff für Menschen, die als Lesben, Schwule und Bisexuelle gleichgeschlechtlich begehrten und liebten, sowie für jene, die als transgeschlechtliche und nichtbinäre Personen jenseits konventioneller Vorstellungen von Geschlecht lebten.

Eine begleitende Publikation erscheint im DISTANZ Verlag.

Die Realisierung des Projektes wird aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds ermöglicht. Mit Dank an den Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur für die Förderung des Katalogs.